Liebe Gemeinde, lasst uns in den nächsten Minuten einem Menschen begegnen, der auf der Flucht ist, aufgehalten wird und den Kampf seines Lebens kämpft. Wir beten: Großer Gott, Du hast den Menschen in Freiheit geschaffen. Bitte zeige uns Deine Wege damit wir uns mit Liebe und in Frieden begegnen können. Amen Jakob ist auf der Flucht vor seinem Bruder Esau, den er einst betrogen hat. Nun steht eine Begegnung mit ihm bevor, und Jakob hat Angst. Er schickt seine Familie und seinen Besitz voraus und bleibt allein zurück am Ufer des Jabbok. In dieser Nacht geschieht etwas Unerwartetes. (freier Vortrag) Aus Genesis 32, die Verse 25 bis 30: Da rang einer mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, rührte er an das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und den Menschen gekämpft und hast gewonnen. Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, „wie heißt du?“ Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße?“ Und er segnete ihn daselbst. Der Kampf am Yabbok markiert einen entscheidenden Moment in Jakobs Leben, in dem seine Identität und sein Schicksal durch eine göttliche Begegnung verwandelt werden. Jakob kämpft in der Nacht mit einem geheimnisvollen Wesen. Jakob wird verletzt, aber der Kampf ist bei Anbruch des Morgens immer noch nicht entschieden, als die beiden Kontrahenten, erschöpft und gezeichnet, miteinander sprechen. Hier erhält Jakob seinen neuen Namen: Israel - „einer, der mit Gott kämpft“, Ein Ehrenname. Ein Name, der bis in die heutige Zeit reicht. Der – freundlich ausdrückt – listige Jakob hat seine Prüfungen bestanden. Er ist verletzt, aber nicht besiegt. Er steht nach einem turbulenten Leben vor Gott, der Jakob als denjenigen erkennt, auf den sein Volk zurückschauen soll. Auf einen im Glauben gereiften und durchhaltenden Menschen. An dieser Stelle fragen wir uns: In welchen „Kämpfen“ erkennen wir uns selbst? Wie beenden wir unsere „Kämpfe“? Welche „Kämpfe bringen uns dazu über uns hinauszuwachsen? (Pause) Jakob lehrt uns: Es ist in Ordnung, zu ringen. Es ist in Ordnung, Fragen zu stellen und nicht sofort loszulassen. Denn in diesem Ringen kann Gott uns begegnen. Dazu sprechen wir gemeinsam eine Strophe von Paul Gerhardt aus „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (EG 503, Strophe 13): Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe. Wir beten: Allmächtiger Gott, du bist Jakob am Jabbok begegnet, hast ihn im Kampf geprüft und ihm einen neuen Namen gegeben. Wir bitten dich: Begegne uns. Gib uns die Kraft, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und die Weisheit, dich darin zu erkennen. Oft kämpfen wir und wissen nicht, gegen wen. Wir verletzen andere und uns selbst. Lehre uns zu erkennen, dass Schmerz zum Leben gehört, dass wir im Schmerz wachsen können, dass wir im Schmerz eine neue Bestimmung im Leben finden können. So wie Jakob zu Israel geworden ist. Guter Gott, im Schmerz spüren wird, dass wir leben. lass uns wachsen, über uns hinaus, zu dem Menschen, der wir sein können. Heile unsere Wunden, stärke unseren Glauben und schenke uns deinen Frieden. Amen. Möge Gott euch in euren Kämpfen begegnen, euch den Mut geben, nicht loszulassen, und euch mit seinem Frieden segnen. Amen
20.08.2025 17:58